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Die Bewertungsmatrix: Der Schlüssel zu transparenten B2B-Käufen


Stellen Sie sich vor, Sie stehen vor einer wichtigen Kaufentscheidung für Ihr Unternehmen.

Es geht um eine neue Software, eine teure Maschine oder die Auswahl eines langfristigen Dienstleisters. Drei Anbieter sind in der engeren Auswahl, alle mit unterschiedlichen Stärken und Schwächen. Anbieter A ist der günstigste, Anbieter B hat die beste Produktqualität und Anbieter C bietet den besten Kundenservice.

Wie treffen Sie nun eine Entscheidung, die nicht nur aus dem Bauch heraus kommt, sondern objektiv, fair und für alle im Team nachvollziehbar ist?

Genau hier kommt die Bewertungsmatrix ins Spiel. 💡

 

Was ist eine Bewertungsmatrix?


Eine Bewertungsmatrix, oft auch Nutzwertanalyse oder Scoring-Modell genannt, ist ein einfaches, aber extrem wirkungsvolles Werkzeug. Es hilft dabei, komplexe Entscheidungen in kleine, überschaubare Teile zu zerlegen.

Anstatt sich von einem einzigen Faktor – wie dem Preis – leiten zu lassen, betrachtet man systematisch alle wichtigen Kriterien.

Man kann es sich wie eine Tabelle vorstellen:

In den Zeilen stehen die verschiedenen Optionen (z.B. die Anbieter) und in den Spalten die Kriterien, die für die Entscheidung wichtig sind (z.B. Preis, Qualität, Service).

Jede Option wird dann für jedes Kriterium bewertet, oft mit Punkten auf einer Skala von 1 bis 10.

So wird auf einen Blick ersichtlich, welche Option insgesamt am besten abschneidet.

 

Warum ist die Bewertungsmatrix im B2B-Einkauf so wertvoll?

Ein Team bespricht an einem Whiteboard eine Bewertungsmatrix


Im Geschäftsumfeld (B2B) sind Kaufentscheidungen oft besonders komplex. Es geht um viel Geld, langfristige Partnerschaften und Entscheidungen, die von einem ganzen Team – dem sogenannten "Buying Center" – getragen werden müssen.

Hier spielt die Bewertungsmatrix ihre Stärken voll aus:

  • Objektivität statt Bauchgefühl:
    Emotionen und persönliche Vorlieben können eine Entscheidung negativ beeinflussen.
    Die Matrix zwingt alle Beteiligten, sich auf Fakten und vorher definierte Kriterien zu konzentrieren.
    Das Ergebnis ist eine objektive und datengestützte Wahl.

  • Transparenz für alle:
    Der gesamte Entscheidungsprozess wird klar und nachvollziehbar dokumentiert. Jedes Teammitglied kann sehen, warum eine bestimmte Option gewählt wurde. Das schafft Akzeptanz und vermeidet spätere Diskussionen.

  • Ganzheitliche Betrachtung:
    Oft dominiert der Preis die Diskussion. Eine Matrix stellt sicher, dass auch andere, oft entscheidende Faktoren wie Qualität, Zuverlässigkeit, Sicherheit und Service angemessen berücksichtigt werden.

  • Klare Kommunikation:
    Die Matrix dient als perfekte Diskussionsgrundlage. Anstatt über vage Eindrücke zu streiten, kann das Team gezielt über die Bewertung einzelner Punkte sprechen und so zu einem gemeinsamen Konsens finden.

Eine Studie zum B2B-Kaufverhalten aus dem Jahr 2024 unterstreicht die Wichtigkeit verschiedener Kriterien.

Während der Preis mit 86 % als wichtigstes Kriterium genannt wird, folgen direkt danach die Funktionen und der Leistungsumfang mit 85 %. Auch die Fähigkeit, ein konkretes Problem zu lösen (72 %), und tiefes Branchenverständnis (64 %) sind für Einkäufer entscheidend (Quelle: The 2024 Content Preferences Benchmark Survey). Dies zeigt, dass eine reine Fokussierung auf den Preis zu kurz greift und eine Methode wie die Bewertungsmatrix notwendig ist, um all diese Aspekte fair zu gewichten.

 

So erstellen Sie eine Bewertungsmatrix in 5 Schritten 🛠️


Eine Bewertungsmatrix zu erstellen ist einfacher als es klingt. Folgen Sie einfach diesen fünf Schritten:

 

Schritt 1: Kriterien festlegen


Was ist Ihnen und Ihrem Team bei der Entscheidung wirklich wichtig? Sammeln Sie alle relevanten Kriterien.

Denken Sie dabei nicht nur an den Preis, sondern auch an Qualität, technische Merkmale, Benutzerfreundlichkeit, Lieferzeiten, Kundenservice, Garantiebedingungen oder die Nachhaltigkeit des Anbieters.

 

Schritt 2: Kriterien gewichten


Nicht jedes Kriterium ist gleich wichtig. Legen Sie fest, welche Faktoren für Sie das meiste Gewicht haben.

Dies geschieht am besten in Prozent, wobei die Summe aller Gewichtungen am Ende 100 % ergeben muss. Ist der Preis beispielsweise extrem wichtig, könnte er eine Gewichtung von 40 % erhalten, während der Kundenservice mit 15 % bewertet wird.

 

Schritt 3: Bewertungsskala definieren


Legen Sie eine einheitliche Skala fest, um die Anbieter zu bewerten.

Eine Skala von 1 (sehr schlecht) bis 10 (sehr gut) ist üblich und verständlich.

Wichtig ist, dass alle Bewerter das gleiche Verständnis von der Skala haben, um eine faire Bewertung zu gewährleisten.

 

Schritt 4: Anbieter bewerten


Jetzt geht es an die eigentliche Arbeit: Bewerten Sie jeden Anbieter für jedes einzelne Kriterium.

Seien Sie dabei so objektiv wie möglich und nutzen Sie alle verfügbaren Informationen aus Angeboten, Präsentationen oder Testphasen. Jedes Teammitglied sollte seine Bewertung abgeben.

 

Schritt 5: Gesamtergebnis berechnen


Um das Endergebnis zu ermitteln, multiplizieren Sie für jeden Anbieter die Punktzahl eines Kriteriums mit dessen Gewichtung. Addieren Sie anschließend alle gewichteten Ergebnisse für einen Anbieter.

Die Option mit der höchsten Gesamtpunktzahl ist nach Ihrer Analyse die beste Wahl.

 

Fazit: Faire und kluge Entscheidungen treffen


Die Bewertungsmatrix ist mehr als nur eine Tabelle. Sie ist ein strategisches Instrument, das Willkür aus dem Einkaufsprozess entfernt und durch eine strukturierte, transparente und faire Methode ersetzt. Sie fördert die Zusammenarbeit im Team, dokumentiert Entscheidungsgrundlagen und stellt sicher, dass Sie nicht nur den billigsten, sondern den wirtschaftlichsten und besten Partner für Ihr Unternehmen finden. Indem Sie sich die Zeit nehmen, Ihre Kriterien zu definieren und zu gewichten, investieren Sie direkt in den langfristigen Erfolg Ihres Unternehmens.


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Die Frequenzillusion führt dazu, dass wir die Relevanz eines Anbieters oder einer Lösung überschätzen, nur weil unser Gehirn durch wiederholte Wahrnehmung ein Gefühl von Vertrautheit und Wichtigkeit erzeugt hat. Der Schlüssel zur Bewältigung liegt darin, unsere eigenen Denkmuster zu verstehen, unsere Anfälligkeit für solche Illusionen zu akzeptieren und bewusste, prozessbasierte Schutzmechanismen zu etablieren.


Mein Name ist Claus Angerhofer - seit 30 Jahren im Dienste der Industrie als Experte für Technologie und Einkauf

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