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Einkauf für Mittelständler: So knacken Sie die Pforte zu Big Playern


Stellen Sie sich vor, Sie führen ein mittelständisches Handelsunternehmen. Sie haben tolle Ideen, engagierte Mitarbeiter und einen treuen Kundenstamm. Doch um weiter zu wachsen, benötigen Sie Produkte von den ganz großen Herstellern – den sogenannten "Big Playern". Deren Marken sind bekannt, beliebt und könnten Ihrem Geschäft einen enormen Schub verleihen.

Aber wie überzeugt man als "kleiner Fisch" die "großen Haie" der Industrie von einer Zusammenarbeit?

Viele Mittelständler stehen genau vor dieser Herausforderung. Sie fürchten, bei den Giganten der Branche kein Gehör zu finden oder von vornherein an zu hohen Anforderungen zu scheitern.

Dieser Artikel ist Ihr Leitfaden. Wir zeigen Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie als mittelständischer Händler die Türen zu Großherstellern öffnen und eine für beide Seiten gewinnbringende Partnerschaft aufbauen können.

Denn eines ist klar: Auch Big Player sind auf starke Partner im Mittelstand angewiesen.

 

Die Ausgangslage: Warum Großhersteller oft zögern


Große Hersteller haben meistens klar definierte Prozesse und Anforderungen an ihre Handelspartner. Sie denken in großen Mengen und wollen ihre Logistik so einfach wie möglich halten. Ein einzelner mittelständischer Händler scheint da auf den ersten Blick oft zu viel Aufwand für zu wenig Ertrag zu bedeuten.

Typische Hürden sind:

  • Mindestabnahmemengen:
    Großhersteller verlangen oft, dass eine bestimmte, meist hohe Stückzahl an Produkten abgenommen wird. Für einen Mittelständler kann das ein zu großes finanzielles Risiko und ein Lagerproblem bedeuten.
  • Bürokratischer Aufwand:
    Die Anforderungen an Dokumentation, Reporting und Bestellprozesse können für kleinere Unternehmen überwältigend sein.
  • Fokus auf Key Accounts:
    Die Vertriebsmannschaften der Big Player konzentrieren sich auf ihre größten Kunden – die Handelsketten und globalen Online-Riesen.

Doch lassen Sie sich davon nicht entmutigen!

Diese Hürden sind überwindbar, wenn Sie strategisch vorgehen und Ihre eigenen Stärken geschickt ausspielen.

 

Vorbereitung ist alles: Ihre Hausaufgaben vor dem ersten Kontakt 🕵️‍♀️


Bevor Sie den Hörer in die Hand nehmen oder eine E-Mail schreiben, ist eine gründliche Vorbereitung entscheidend.

Ein unvorbereiteter Auftritt wirkt unprofessionell und wird selten zum Erfolg führen.

 

1. Kennen Sie den Hersteller und sein Geschäft

  • Produktsortiment:
    Welche Produkte passen exakt zu Ihrem Sortiment und Ihrer Zielgruppe?
  • Vertriebsstrategie:
    Wie verkauft der Hersteller aktuell seine Produkte? Gibt es Lücken im Vertriebsnetz, die Sie füllen könnten?
    Vielleicht ist er in Ihrer Region oder in Ihrer speziellen Nische noch nicht stark vertreten.
  • Unternehmenswerte:
    Wofür steht die Marke? Passen diese Werte zu Ihrem eigenen Unternehmen?
    Eine Zusammenarbeit ist oft erfolgreicher, wenn die Philosophien beider Partner übereinstimmen.

2. Definieren Sie Ihren eigenen Wert (Ihr Alleinstellungsmerkmal)


Was macht Sie als Händler besonders? Warum sollte ein Großhersteller ausgerechnet mit Ihnen zusammenarbeiten?
Hier liegen die größten Chancen für den Mittelstand.

Mögliche Stärken könnten sein:

  • Spezialisierte Zielgruppe:
    Sie erreichen eine spitze Zielgruppe, die für den Hersteller sonst schwer zugänglich ist (z. B. eine bestimmte Subkultur, eine kaufkräftige Nischenkundschaft).
  • Hervorragender Kundenservice:
    Sie bieten eine persönliche Beratung und ein Einkaufserlebnis, das große Ketten nicht leisten können.
    Dies kann das Image der Herstellermarke positiv aufladen.
  • Regionale Verankerung:
    Sie sind in Ihrer Region eine feste Größe und genießen hohes Vertrauen.
  • Flexibilität und Schnelligkeit:
    Als Mittelständler können Sie oft schneller auf Markttrends reagieren und Entscheidungen treffen als große, schwerfällige Organisationen.

3. Bereiten Sie professionelle Unterlagen vor


Erstellen Sie eine kurze, aber aussagekräftige Unternehmenspräsentation.
Diese sollte folgende Punkte enthalten:

  • Wer sind Sie? (Kurze Firmengeschichte, Vision)
  • Was macht Sie einzigartig? (Ihre Alleinstellungsmerkmale)
  • Warum wollen Sie mit diesem Hersteller kooperieren? (Zeigen Sie, dass Sie sich Gedanken gemacht haben)
  • Eine realistische Einschätzung des potenziellen Absatzvolumens.

Der richtige Kontakt: Wie Sie die Tür öffnen 🚪


Die größte Herausforderung ist oft, die richtige Ansprechperson zu finden und deren Aufmerksamkeit zu gewinnen.

Der allgemeine Info-Posteingang ist selten der richtige Weg.

Wer ist der Verkäufer der Umsatz machen muß? Er wird Ihr Türöffner sein.

 

Tipp 1: Nutzen Sie Fachmessen und Branchenveranstaltungen


Messen sind eine hervorragende Gelegenheit, um persönlich mit Vertriebsmitarbeitern oder sogar Managern ins Gespräch zu kommen. Hier können Sie direkt einen ersten Eindruck hinterlassen und Visitenkarten austauschen.

 

Tipp 2: Recherche über Business-Netzwerke


Plattformen wie LinkedIn oder XING sind ideal, um die zuständigen Vertriebsleiter oder Key-Account-Manager für Ihre Region oder Branche zu identifizieren. Eine höfliche, gut formulierte und personalisierte Anfrage kann hier Wunder wirken.

 

Tipp 3: Der Weg über den regionalen Vertriebsmitarbeiter


Oft ist der Außendienstmitarbeiter, der für Ihr Gebiet zuständig ist, der beste erste Ansprechpartner.

Er kennt die regionalen Gegebenheiten und kann Ihr Potenzial möglicherweise besser einschätzen als ein Manager in der Zentrale.

 

Das Gespräch: So überzeugen Sie im Dialog 💬


Sie haben einen Termin? Herzlichen Glückwunsch! Jetzt geht es darum, zu überzeugen.

Vergessen Sie die Rolle des Bittstellers.

Treten Sie als potenzieller Geschäftspartner auf, der eine Win-Win-Situation schaffen möchte.

 

1. Präsentieren Sie Ihre Stärken, nicht Ihre Schwächen


Sprechen Sie nicht darüber, dass Sie "nur" ein kleiner Händler sind. Betonen Sie stattdessen, was Sie besser können als die Großen: die persönliche Kundenansprache, die hohe Flexibilität oder den exklusiven Zugang zu einer Nischenzielgruppe.

Beispiel:

Schlecht: "Wir sind ein kleines Geschäft und können leider nur kleine Mengen abnehmen."

Gut: "Wir sind spezialisiert auf eine kaufkräftige Zielgruppe von Designliebhabern, die Wert auf exzellente Beratung legt. Mit Ihren Premium-Produkten können wir diese Zielgruppe optimal erreichen und für Ihre Marke begeistern – ein Kanal, den Sie über den Massenmarkt so nicht bedienen können."

 

2. Seien Sie konkret und datengestützt


Untermauern Sie Ihre Argumente mit Zahlen.

  • Wie viele Kunden haben Sie pro Tag/Monat?
  • Wie hoch ist der durchschnittliche Warenkorb?
  • Wie entwickelt sich Ihr Umsatz?
  • Zeigen Sie auf, welche Umsätze Sie mit vergleichbaren Marken bereits erzielen.

3. Gemeinsam Lösungen für Hürden finden


Sprechen Sie die Mindestabnahmemenge offen an, aber präsentieren Sie direkt Lösungsvorschläge.

  • Testballon:
    Schlagen Sie eine kleinere Erstbestellung für ein oder zwei Top-Produkte vor, um das Potenzial zu testen.
  • Kooperation:
    Gibt es andere Händler in Ihrer Nähe, mit denen Sie sich zusammentun könnten, um gemeinsam die Mindestmenge zu erreichen? Solche Einkaufsgemeinschaften sind ein wirkungsvolles Mittel für KMUs.

Die Macht der Kooperation: Gemeinsam sind Sie stark 💪


Wenn die Hürden bei einem einzelnen Hersteller zu hoch sind, kann eine Kooperation mit anderen Mittelständlern die Lösung sein. Etwa zwei Drittel der mittelständischen Unternehmen kooperieren bereits mit Partnern, um ihre Marktposition zu stärken.

 

Einkaufsgemeinschaften


Schließen Sie sich mit anderen, nicht direkt konkurrierenden Händlern zusammen. Gemeinsam können Sie größere Mengen bestellen und so die Konditionen von Großhändlern oder Herstellern erfüllen. Dies reduziert nicht nur das Risiko für den Einzelnen, sondern verschafft Ihnen auch eine stärkere Verhandlungsposition.

 

Gemeinsame Vermarktung


Kooperationen können über den reinen Einkauf hinausgehen. Planen Sie gemeinsame Marketingaktionen, um die Produkte der neuen Marke in Ihrer Region bekannt zu machen. Dies zeigt dem Hersteller Ihr Engagement und erhöht die Attraktivität einer Partnerschaft.

 

Fazit: Mut, Strategie und die eigenen Stärken

 

Der Weg zum Big Player ist für mittelständische Händler kein Spaziergang, aber er ist definitiv machbar. Es erfordert Mut, eine durchdachte Strategie und das Selbstbewusstsein, die eigenen Stärken zu kennen und zu präsentieren. Große Marken sind nicht per se an kleinen Partnern desinteressiert – sie müssen nur den Mehrwert erkennen können.

Seien Sie professionell vorbereitet, argumentieren Sie mit Daten, zeigen Sie Ihre Einzigartigkeit und suchen Sie aktiv nach Lösungen. Dann wird aus der scheinbar verschlossenen Pforte schnell ein Tor zu neuen Wachstumschancen für Ihr Unternehmen.

Ihre Meinung ist gefragt:

Welche Erfahrungen haben Sie im Kontakt mit großen Herstellern gemacht? Welche Tipps haben Ihnen geholfen? Teilen Sie Ihre Gedanken in den Kommentaren!


Weiterführende Links


Wie kann man KI im Einkauf nutzten abgesehen von ein bisschen ChatGPT?
Eine Möglichkeit sehen wir uns im folgenden Blogbeitrag an - Prescriptive Analytics - Alle Daten zu einem Lieranten und Geschäftsfall werden analysiert und die spezifische KI liefert Ihnen Handlungsempfehlungen. Klingt nach Science Fiction? Seien Sie sicher, Ihr Gegenüber aus dem Vertrieb nutzt so ein Tool schon:


Mein Name ist Claus Angerhofer - seit 30 Jahren im Dienste der Industrie als Experte für Technologie und Einkauf

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