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Vom Vorurteil zur Präzision: KI-Lösungen gegen illusorische Korrelation im Einkauf


Im modernen Geschäftsleben treffen wir täglich Entscheidungen. „Dieser Lieferant hat beim letzten Mal so schnell geliefert, also wird er das heute wieder tun“ oder „Wenn die Rohstoffpreise steigen, müssen wir sofort Lagerbestände aufbauen“.

Solche Denkweisen fühlen sich sicher an, doch oft unterliegen wir dabei einer psychologischen Falle: der sogenannten illusorischen Korrelation.

In der B2B-Beschaffung können diese Denkfehler teuer werden.

Doch eine neue Technologie verspricht Abhilfe: Künstliche Intelligenz (KI). In diesem Artikel schauen wir uns an, warum unser Gehirn uns beim Einkauf austrickst und wie KI dafür sorgt, dass Entscheidungen wieder auf Fakten statt auf Vermutungen basieren. 

 

Was ist eigentlich eine illusorische Korrelation?

Ein Dorf diskutiert ob mehr Kinder auf mehr Störche zurückzuführen ist


Stell dir vor, du hast einen Glücksbringer – zum Beispiel deine Lieblingskrawatte – und an dem Tag, an dem du sie trägst, gewinnt deine Firma einen wichtigen Auftrag. Dein Gehirn schließt sofort: „Die Krawatte bringt Glück!“ Wenn du sie das nächste Mal trägst und es klappt wieder, ist deine Überzeugung perfekt.

In Wahrheit haben die beiden Ereignisse aber absolut nichts miteinander zu tun 

Genau das ist eine illusorische Korrelation:
Wir nehmen einen Zusammenhang zwischen zwei Dingen wahr, obwohl statistisch gesehen gar keiner existiert. Im Einkauf passiert das ständig. Wir bilden uns Muster ein, weil unser Gehirn darauf programmiert ist, die Welt zu vereinfachen. Das Problem dabei: Wenn diese Muster falsch sind, führen sie zu falschen Bestellmengen, unpassenden Lieferanten-Auswahlen oder riskanten Preisstrategien (die Krawatte kann natürlich deine Einstellung für den Tag verändern und so eine Wirkung erzeugen).

 

Die Falle im B2B-Einkauf


Im professionellen Einkauf sind die Datenmengen riesig. Wir haben tausende Rechnungen, Liefertermine, Preisentwicklungen und Qualitätsberichte. Ein Mensch kann diese Datenmenge kaum noch vollständig überblicken. Wenn wir versuchen, Muster zu erkennen, greifen wir oft auf unser Bauchgefühl zurück.

Ein typisches Beispiel:
Ein Einkäufer denkt, dass ein bestimmter Lieferant immer zuverlässiger ist, wenn das Wetter gut ist oder die Stimmung in der Branche positiv erscheint. Wenn der Lieferant einmal pünktlich war, als die Börsenkurse stiegen, wird dieser Zusammenhang im Kopf gespeichert. Die Realität ist jedoch viel komplexer. Die „illusorische Korrelation“ blendet die echten, harten Fakten aus – etwa die aktuelle Kapazitätsauslastung des Lieferanten oder logistische Engpässe.

 

Wie KI das Spielfeld verändert


KI ist wie ein analytischer Superheld, der keine Vorurteile kennt. Im Gegensatz zu uns Menschen „denkt“ die KI nicht in Mustern, die wir ihr vorgeben, sondern sie rechnet. Sie scannt Millionen von Datenpunkten und prüft, ob es wirklich einen statistisch belegbaren Zusammenhang gibt oder ob es sich nur um Zufall handelt.

KI-Systeme können:

  1. Daten objektiv bewerten:
    Sie lassen sich nicht von „gefühlten Wahrheiten“ blenden.

  2. Komplexe Zusammenhänge erkennen:
    Wo wir nur zwei Variablen sehen (z.B. Preis und Lieferzeit), sieht die KI hunderte Faktoren gleichzeitig.

  3. Vorhersagen treffen:
    Statt in die Vergangenheit zu schauen, berechnet die KI Wahrscheinlichkeiten für die Zukunft.

Ein Blick in die Praxis: Die Macht der Daten


Um zu verstehen, welchen Einfluss KI wirklich hat, lohnt ein Blick auf die Effizienzsteigerungen. Eine Studie von McKinsey zeigt deutlich, dass Unternehmen, die KI konsequent in ihre Lieferketten und den Einkauf integrieren, ihre Lagerhaltungskosten um bis zu 20 % senken und die Verfügbarkeit von Waren um bis zu 65 % steigern können (Quelle: McKinsey & Company, "AI in the supply chain", 2020).

Diese Zahlen zeigen:
Wenn wir aufhören, uns auf unser Bauchgefühl zu verlassen, und stattdessen die Präzision der KI nutzen, sparen wir nicht nur Geld, sondern werden auch deutlich zuverlässiger.

 

Strategien zur Einführung von KI im Einkauf


Wenn du KI nutzen möchtest, um illusorische Korrelationen zu vermeiden, solltest du schrittweise vorgehen:

  • Datenqualität verbessern:
    Eine KI ist nur so gut wie die Daten, die sie füttert. Sorge dafür, dass deine Rechnungen, Lieferdaten und Marktdaten digital und sauber erfasst sind.

  • Hinterfrage das Bauchgefühl:
    Wenn du merkst, dass du ein Muster vermutest („Lieferant X liefert immer freitags schlecht“), nutze KI-Tools, um diese Hypothese zu testen. Lass die Daten sprechen.

  • KI als Assistenz, nicht als Ersatz:
    Die KI liefert die Fakten, aber die strategische Entscheidung bleibt beim Menschen. Die KI hilft dir dabei, deine Vorurteile zu erkennen und zu korrigieren.

Fazit: Weg vom Bauchgefühl, hin zur Intelligenz


Die „illusorische Korrelation“ ist ein menschlicher Fehler, den wir alle machen. Im B2B-Einkauf jedoch führt dieser Fehler zu ineffizienten Prozessen und unnötigen Kosten. Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz ist kein modischer Trend, sondern ein notwendiges Werkzeug, um die Komplexität der modernen Lieferkette zu beherrschen.

Indem wir den Algorithmen vertrauen, dass sie echte Zusammenhänge von bloßem Zufall unterscheiden, können wir unsere Prozesse stabilisieren und objektiver entscheiden. Die Zukunft des Einkaufs liegt in der Zusammenarbeit zwischen menschlicher Erfahrung und der unbestechlichen Präzision der KI.

Wer heute anfängt, seine Entscheidungen durch KI-gestützte Analysen abzusichern, ist morgen klar im Vorteil. 📈



Heute noch ein Fachthema erkunden:

Beim Single Sourcing entscheidet sich das Unternehmen freiwillig für die Monogamie im Einkauf.

Die Vorteile: Kosten senken und die Zusammenarbeit vereinfachen. Es erfordert jedoch ein extrem professionelles Risikomanagement. Heute rücken viele Unternehmen wieder davon ab und bauen auf flexiblere Modelle wie das Dual Sourcing.


Mein Name ist Claus Angerhofer - seit 30 Jahren im Dienste der Industrie als Experte für Technologie und Einkauf

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