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Wie der produzierende Mittelstand mit Green Procurement punktet: nachhaltiger Einkauf


Stell dir vor, dein Unternehmen ist wie ein Koch in einer Profiküche. Um ein fantastisches Gericht zu zaubern, brauchst du nicht nur ein gutes Rezept, sondern auch die besten Zutaten. Was aber, wenn diese Zutaten nicht nur lecker, sondern auch fair gehandelt, umweltfreundlich angebaut und ressourcenschonend verpackt sind?

Genau hier setzt das Konzept des "Green Procurement" oder der "grünen Beschaffung" an.

Für produzierende mittelständische Unternehmen ist der Einkauf von Materialien und Dienstleistungen ein zentraler Hebel.

Bis zu 70 % der Kosten eines Unternehmens können im Einkauf liegen. Das bedeutet: Jede Entscheidung im Einkauf hat eine enorme Auswirkung – nicht nur auf die Bilanz, sondern auch auf unsere Umwelt und Gesellschaft.

Green Procurement ist dabei weit mehr als nur ein Trend; es ist ein strategischer Ansatz, der Umweltschutz, soziale Verantwortung und wirtschaftlichen Erfolg miteinander verbindet.

Dieser Artikel erklärt, was hinter dem Konzept steckt, welche Vorteile es für den produzierenden Mittelstand bringt und wie der Einstieg in eine nachhaltigere Beschaffung gelingen kann.

 

Was genau ist Green Procurement? 🤔


Green Procurement bedeutet, bei Kaufentscheidungen nicht nur auf Preis, Qualität und Lieferzeit zu achten, sondern auch gezielt Umwelt- und Sozialaspekte zu berücksichtigen.

Es geht darum, den gesamten Lebenszyklus eines Produkts oder einer Dienstleistung zu betrachten: von der Rohstoffgewinnung über die Produktion und Nutzung bis hin zur Entsorgung oder dem Recycling.

Ein einfaches Beispiel:

Ein Möbelhersteller, der Green Procurement praktiziert, würde nicht einfach das günstigste Holz kaufen. Er würde stattdessen Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft (erkennbar an Siegeln wie FSC®) bevorzugen, lösungsmittelfreie Lacke verwenden und auf eine energieeffiziente Produktion bei seinen Lieferanten achten.

Das Ziel ist es, negative Auswirkungen auf die Umwelt zu minimieren und gleichzeitig soziale Standards zu fördern. Dabei geht es nicht darum, von heute auf morgen alles perfekt zu machen, sondern einen Prozess zu starten und sich schrittweise zu verbessern.

 

Warum sich grüner Einkauf gerade für den Mittelstand lohnt 📈


Nachhaltigkeit wird oft fälschlicherweise als reiner Kostenfaktor gesehen. Doch Studien und Praxisbeispiele zeigen längst das Gegenteil: Eine grüne Beschaffungsstrategie zahlt sich aus und sichert die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen.

 

Die größten Vorteile im Überblick

  • Kosteneinsparungen:
    Auch wenn nachhaltige Produkte anfangs teurer erscheinen können, führen sie oft zu langfristigen Einsparungen. Energieeffiziente Maschinen senken die Stromrechnung, langlebige Materialien reduzieren Reparatur- und Ersatzkosten und eine optimierte Verpackung spart Material und Transportkosten.
    Eine Studie des Weltwirtschaftsforums (WEF) belegt, dass Unternehmen durch nachhaltige Beschaffung Kosteneinsparungen zwischen 9 und 16 Prozent erzielen können (Quelle: WEF, 2015).

  • Wettbewerbsvorteile und Markenimage:
    Kunden und Geschäftspartner fordern zunehmend nachhaltige Produkte und transparente Lieferketten. Unternehmen, die hier vorangehen, stärken ihr Ansehen, heben sich von der Konkurrenz ab und gewinnen neue Kundengruppen. Das kann laut der WEF-Studie zu Umsatzsteigerungen von 5 bis 20 Prozent führen.

  • Risikominimierung:
    Strengere Umweltgesetze und Vorschriften, wie das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG), erhöhen den Druck auf Unternehmen. Wer seine Lieferkette kennt und auf Nachhaltigkeitsstandards achtet, ist besser auf zukünftige Anforderungen vorbereitet und vermeidet rechtliche Risiken sowie Imageschäden.

  • Innovation und Effizienz:
    Die Suche nach grünen Alternativen fördert die Kreativität und kann zu innovativen Produkten und effizienteren Prozessen führen. Die Zusammenarbeit mit Lieferanten an nachhaltigen Lösungen stärkt zudem die Partnerschaften in der Lieferkette.

  • Mitarbeitermotivation:
    Mitarbeiter, besonders die jüngere Generation, identifizieren sich stärker mit Unternehmen, die soziale und ökologische Verantwortung übernehmen. Dies steigert die Motivation und macht das Unternehmen zu einem attraktiveren Arbeitgeber.

Herausforderungen auf dem Weg – und wie man sie meistert


Der Weg zu einer nachhaltigen Beschaffung ist nicht immer einfach, besonders für kleine und mittlere Unternehmen (KMU).

Typische Hürden sind:

  • Höhere Anfangskosten:
    Umweltfreundliche Produkte können in der Anschaffung teurer sein.
  • Mangelnde Transparenz:
    Es kann schwierig sein, verlässliche Informationen über die Nachhaltigkeit von Lieferanten und Produkten zu erhalten.
  • Begrenzte Ressourcen:
    KMUs haben oft weniger Personal und Zeit, um sich intensiv mit dem Thema auseinanderzusetzen.
  • Fehlendes Know-how:
    Die Komplexität von Siegeln, Standards und Lebenszyklusanalysen kann überfordernd sein.

Diese Herausforderungen sind real, aber lösbar. Wichtig ist, strukturiert vorzugehen und sich nicht entmutigen zu lassen.

 

Praktische Tipps für den Einstieg in die grüne Beschaffung 🌱


Wie kann ein produzierendes Unternehmen also konkret starten?

Hier sind fünf praxisnahe Schritte:

 

1. Analyse des Status quo: Wo stehen wir?


Bevor man losläuft, sollte man wissen, wo man steht. Analysiere deine aktuellen Einkaufsprozesse.

  • Was sind deine größten Einkaufsposten? (z. B. Rohstoffe, Energie, Maschinen)
  • Wo siehst du die größten Umweltauswirkungen? (z. B. hoher Energieverbrauch, viel Abfall, lange Transportwege)
  • Welche Lieferanten sind entscheidend?

Eine einfache Analyse hilft, Prioritäten zu setzen und sich auf die Bereiche mit dem größten Hebel zu konzentrieren.

 

2. Klare Ziele und Richtlinien festlegen


Definiere, was dein Unternehmen mit Green Procurement erreichen will. Sollen CO₂-Emissionen reduziert, der Recyclinganteil erhöht oder nur noch zertifizierte Rohstoffe eingekauft werden?

Formuliere diese Ziele klar und verankere sie in einer einfachen Einkaufsrichtlinie.

Diese dient allen Mitarbeitern als Orientierung.

 

3. Lieferanten aktiv einbinden


Deine Lieferanten sind deine wichtigsten Partner auf dem Weg zur Nachhaltigkeit.

  • Kommuniziere deine Ziele:
    Sprich offen mit deinen Lieferanten über deine neuen Anforderungen.
  • Stelle die richtigen Fragen:
    Erkundige dich nach Umweltzertifikaten (z. B. ISO 14001), dem Energieverbrauch in der Produktion oder den Arbeitsbedingungen.
  • Fördere die Zusammenarbeit:
    Entwickle gemeinsam mit strategischen Partnern nachhaltigere Lösungen.

4. Konkrete Maßnahmen umsetzen (Beispiele)


Green Procurement wird durch konkrete Handlungen lebendig. Hier einige Beispiele für produzierende Betriebe:

  • Materialien:
    Bevorzuge recycelte oder nachwachsende Rohstoffe. Achte auf anerkannte Siegel (z. B. Blauer Engel, FSC®, Fairtrade).
  • Maschinen und Anlagen:
    Berücksichtige bei Neuanschaffungen die Energieeffizienzklasse und die Lebenszykluskosten statt nur den Kaufpreis.
  • Verpackung:
    Reduziere Verpackungsmaterial, setze auf recycelbare Stoffe oder entwickle Mehrwegsysteme.
  • Energie:
    Wechsle zu einem Ökostromanbieter oder investiere in eine eigene Photovoltaikanlage.

5. Messen, lernen und kommunizieren


Überprüfe regelmäßig, ob du deine Ziele erreichst. Kennzahlen wie der Energieverbrauch pro produzierter Einheit oder die Abfallmenge helfen dabei.

Kommuniziere deine Erfolge – nach innen, um Mitarbeiter zu motivieren, und nach außen, um Kunden und Partner zu überzeugen. Sei dabei aber immer ehrlich und vermeide "Greenwashing", also übertriebene oder falsche Behauptungen.

 

Fazit: Ein Gewinn für alle


Green Procurement ist für den produzierenden Mittelstand kein Luxus, sondern eine strategische Notwendigkeit für eine erfolgreiche Zukunft. Es hilft, Kosten zu senken, Risiken zu managen und die eigene Marke zu stärken. Der Einstieg erfordert Engagement und ein Umdenken, doch wer heute damit beginnt, investiert nicht nur in den Schutz unseres Planeten, sondern auch in die langfristige Wettbewerbsfähigkeit des eigenen Unternehmens. Der Einkauf wird so vom reinen Kostenmanager zum aktiven Gestalter einer nachhaltigen Zukunft.



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Mein Name ist Claus Angerhofer - seit 30 Jahren im Dienste der Industrie als Experte für Technologie und Einkauf

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