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B2B-Einkauf revolutionieren: Die Macht der Empfehlungen clever nutzen


Stellen Sie sich vor, Sie müssen eine wichtige Kaufentscheidung für Ihr Unternehmen treffen. Es geht um eine neue Software, eine teure Maschine oder die Auswahl eines strategischen Dienstleisters. Die Broschüren der Anbieter glänzen, die Verkaufsgespräche sind überzeugend. Aber woher wissen Sie wirklich, welche Lösung die beste für Ihre spezifischen Anforderungen ist?

In der komplexen Welt des B2B-Einkaufs (Business-to-Business) sind traditionelle Vertriebsmethoden oft nicht mehr genug.

Hier kommt eine der ältesten und zugleich mächtigsten Entscheidungshilfen ins Spiel: die Empfehlung. 🤝

Früher verließ man sich auf den Ratschlag eines Kollegen beim Mittagessen. Heute hat die Digitalisierung diesen Prozess verändert, aber nicht das Grundprinzip: Wir vertrauen den Erfahrungen anderer Menschen mehr als der Hochglanzwerbung.

Für B2B-Einkäufer bedeutet das eine riesige Chance. Anstatt passiv auf Empfehlungen zu warten, können Sie diese aktiv suchen und strategisch nutzen, um bessere, sicherere und schnellere Entscheidungen zu treffen. Dieser Artikel zeigt Ihnen, wie.

 

Fast alle B2B Kunden nutzen Bewertungsportale in der Entscheidungsfindung laut G2Crowd

Der Wandel im B2B-Einkauf: Vom Verkäufer zum Selbst-Informierer


Der B2B-Einkaufsprozess hat sich in den letzten Jahren dramatisch verändert. Früher war der Vertriebsmitarbeiter der "Torwächter" des Wissens. Er lieferte alle Informationen, die ein Einkäufer brauchte.

Heute sind B2B-Entscheider es aus ihrem Privatleben gewohnt, sich online selbstständig zu informieren – sei es beim Kauf eines neuen Smartphones oder bei der Buchung eines Urlaubs. Diese Erwartungshaltung übertragen sie auf ihr Berufsleben.

Moderne B2B-Einkäufer recherchieren ausgiebig online, lange bevor sie überhaupt den Kontakt zu einem Anbieter aufnehmen.

Sie lesen Blogartikel, vergleichen technische Daten und suchen nach echten Erfahrungsberichten. Genau hier liegt die Macht der Empfehlungen. Eine persönliche Empfehlung von einem vertrauenswürdigen Kontakt kann diesen langen Rechercheprozess erheblich verkürzen und ein Maß an Sicherheit geben, das keine Marketing-Broschüre bieten kann.

 

Warum sind Empfehlungen im B2B-Umfeld so wirkungsvoll?


Im Gegensatz zum B2C-Geschäft (Business-to-Consumer), wo Kaufentscheidungen oft spontan und emotional sind, sind B2B-Entscheidungen in der Regel:

  • Komplexer: Es sind oft mehrere Personen und Abteilungen beteiligt (das sogenannte "Buying Center").
  • Riskanter: Eine Fehlentscheidung kann teuer werden und weitreichende Konsequenzen für das Unternehmen haben.
  • Langwieriger: Der Verkaufszyklus kann sich über Monate oder sogar Jahre erstrecken.

Empfehlungen wirken hier wie ein Katalysator. Sie bauen auf Vertrauen und Glaubwürdigkeit – den wichtigsten Währungen im B2B-Geschäft. Wenn ein geschätzter Kollege oder ein Branchenexperte einen Anbieter empfiehlt, überträgt sich dieses Vertrauen.

Das Ergebnis: Das wahrgenommene Risiko sinkt, und die Entscheidungsfindung wird beschleunigt.

 

Strategien: Wie B2B-Einkäufer aktiv Empfehlungen nutzen können


Als Einkäufer müssen Sie nicht darauf hoffen, zufällig eine gute Empfehlung zu erhalten.Sie können den Prozess aktiv steuern.

Hier sind die besten Strategien:

 

1. Das eigene Netzwerk systematisch aufbauen und nutzen 🌐


Ihr berufliches Netzwerk ist Ihre Goldmine für authentische Empfehlungen.

  • Kollegen und Ex-Kollegen:
    Fragen Sie aktiv in Ihrem direkten Umfeld nach Erfahrungen mit bestimmten Produkten oder Anbietern.
    Oft haben ehemalige Kollegen in ihren neuen Unternehmen bereits relevante Erfahrungen gesammelt. - dazu ist es  notwendig, dass Sie eine Übersicht Ihrer Kontakte haben inklusive aktueller Kontaktdaten.

  • Branchenverbände und Events:
    Nutzen Sie Messen, Konferenzen und Online-Foren nicht nur zum Netzwerken, sondern auch zur gezielten Informationssuche.
    Sprechen Sie mit anderen Teilnehmern über deren Herausforderungen und die Lösungen, die sie nutzen.

  • LinkedIn, Reddit, XING & Co.:
    Soziale Business-Netzwerke sind ideal, um gezielt Fragen zu stellen.
    Posten Sie eine Frage in relevanten Gruppen oder schreiben Sie Kontakte aus Ihrer Branche direkt an, um sie um ihre ungeschminkte Meinung zu bitten.

Praxis-Beispiel:
Ein Einkaufsleiter sucht eine neue Logistiksoftware. Statt nur Anbieter-Websites zu durchforsten, postet er auf LinkedIn: "Suche Erfahrungen zur Optimierung von Lieferketten. Welche Software-Lösungen könnt ihr empfehlen und warum?" Innerhalb weniger Tage erhält er wertvolles Feedback von anderen Logistik-Experten.

 

2. Online-Bewertungsplattformen und Communities gezielt durchsuchen 💻


Das Internet ist voll von Erfahrungsberichten. Die Kunst besteht darin, die relevanten und glaubwürdigen Quellen zu finden.
Laut einer Studie von G2 Crowd nutzen etwa 92 % der B2B-Käufer Online-Bewertungsportale, um ihre Kaufentscheidungen zu unterstützen.

  • Spezialisierte B2B-Bewertungsportale:
    Plattformen wie G2, Capterra oder OMR Reviews bieten detaillierte Bewertungen und Vergleiche von Software und Dienstleistungen, oft von verifizierten Nutzern.

  • Fallstudien und Testimonials:
    Suchen Sie auf den Websites potenzieller Anbieter gezielt nach Fallstudien (Case Studies). Diese zeigen, wie andere Unternehmen mit ähnlichen Problemen erfolgreich waren. Achten Sie darauf, dass die genannten Kundenunternehmen für Sie relevant sind.

  • Unabhängige Foren und Communities:
    In Nischenforen oder auf Plattformen wie Reddit finden sich oft sehr ehrliche und ungeschönte Meinungen, die man in offiziellen Marketingmaterialien nie finden würde.

3. Den Spieß umdrehen: Anbieter um Referenzen bitten 🗣️


Lassen Sie sich nicht nur vom Vertrieb überzeugen – lassen Sie die Kunden des Anbieters sprechen. Bitten Sie im fortgeschrittenen Auswahlprozess aktiv um Referenzkunden.

  • Fragen Sie nach konkreten Ansprechpartnern:
    Ein seriöser Anbieter wird Ihnen gerne den Kontakt zu zufriedenen Kunden herstellen, die eine ähnliche Unternehmensgröße und Branche haben wie Sie.

  • Bereiten Sie gezielte Fragen vor:
    Wenn Sie mit einem Referenzkunden sprechen, fragen Sie nicht nur, ob er zufrieden ist.
    Fragen Sie nach den größten Herausforderungen bei der Implementierung, dem Umgang des Anbieters mit Problemen und was sie heute anders machen würden.

  • Achten Sie auf die Details:
    Einfache Sternebewertungen sind im B2B-Bereich oft wenig aussagekräftig. Suchen Sie nach detailliertem Feedback zu Aspekten wie Projektmanagement, Servicequalität und der tatsächlichen Einhaltung von Versprechen.

Wie man gute von schlechten Empfehlungen unterscheidet


Nicht jede Empfehlung ist Gold wert. Um die Spreu vom Weizen zu trennen, sollten Sie auf folgende Punkte achten:

  • Spezifität:
    Ist die Empfehlung konkret? "Der Anbieter ist super" ist wenig hilfreich. "Die Implementierung war dank des engagierten Projektmanagers in nur 6 Wochen abgeschlossen, 2 Wochen schneller als geplant" ist eine wertvolle Information.

  • Relevanz:
    Kommt die Empfehlung von jemandem mit ähnlichen Bedürfnissen und Herausforderungen?
    Die beste Software für ein Start-up ist nicht zwangsläufig die beste für einen Großkonzern.

  • Authentizität:
    Klingt die Bewertung echt oder wie ein Marketingtext?
    Echte Empfehlungen erwähnen oft auch kleinere Schwierigkeiten und sind ausgewogener.

Fazit: Machen Sie Empfehlungen zu Ihrem strategischen Werkzeug


Die Zeiten, in denen sich B2B-Einkäufer allein auf die Informationen der Anbieter verlassen mussten, sind vorbei.
In der heutigen digitalen Welt sind Empfehlungen, Bewertungen und Erfahrungsberichte zugänglicher denn je.

Indem Sie als Einkäufer eine aktive Rolle einnehmen und Empfehlungen systematisch suchen, bewerten und nutzen, können Sie den gesamten Einkaufsprozess transformieren. Sie treffen nicht nur fundiertere und sicherere Entscheidungen, sondern sparen auch wertvolle Zeit bei der Recherche.

Bauen Sie Ihr Netzwerk auf, nutzen Sie digitale Tools und fragen Sie kritisch nach. So wird die Macht der Empfehlung zu Ihrem entscheidenden Wettbewerbsvorteil im B2B-Einkauf.


Nun noch einen Blogartikel lesen:
Der Wissensfluch im B2B-Einkauf ist eine ernstzunehmende Effizienzbremse. Er entsteht durch die unvermeidliche Spezialisierung in modernen Unternehmen. Künstliche Intelligenz bietet die einmalige Chance, diese Wissenssilos aufzubrechen. Sie fungiert als Brücke zwischen den Fachabteilungen und dem Einkauf, übersetzt komplexe Anforderungen, analysiert riesige Datenmengen und liefert fundierte Entscheidungsgrundlagen.


Mein Name ist Claus Angerhofer - seit 30 Jahren im Dienste der Industrie als Experte für Technologie und Einkauf

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