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Elektrische Direktantriebe in der Papierindustrie

Schlüsseltechnologie für Effizienz und Präzision in der Papierproduktion


Die Herstellung von Papier ist ein komplexer, energieintensiver und kontinuierlicher Prozess, der höchste Anforderungen an die Antriebstechnik stellt. Von der Stoffaufbereitung über die Formerpartie, die Pressenpartie, die Trockenpartie bis hin zur Glättung und Rollenwicklung müssen unzählige Walzen, Siebe und Transportbänder präzise und synchronisiert bewegt werden.
Traditionell wurden diese Aufgaben von mechanisch gekoppelten Antriebssystemen mit Getrieben und langen Wellensträngen oder dezentralen, getriebebasierten Einzelantrieben bewältigt. Diese Systeme waren jedoch oft mit Effizienzverlusten, hohem Wartungsaufwand, Geräuschentwicklung und den inhärenten Präzisionsgrenzen mechanischer Komponenten wie Zahnradspiel (Backlash) behaftet.

Mit dem Aufkommen leistungsstarker Leistungselektronik und fortschrittlicher Regelungstechnik haben elektrische Direktantriebe eine neue Ära eingeläutet. Sie ermöglichen eine direkte, getriebelose Kopplung zwischen Motor und Arbeitsmaschine. Dies führt nicht nur zu einer signifikanten Reduktion mechanischer Komponenten, sondern auch zu einer grundlegenden Verbesserung der Systemeffizienz, Dynamik und Präzision. In einer Industrie, in der selbst kleinste Ungenauigkeiten zu Produktionsausfällen, Makulatur oder Qualitätseinbußen führen können, bieten Direktantriebe einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil. Sie sind somit nicht nur eine technologische Weiterentwicklung, sondern eine strategische Investition in die Zukunft der Papierproduktion. 🚀

Marktübersicht: Trends und aktuelle Situation


Der globale Markt für Papier und Zellstoff ist durch dynamische Veränderungen gekennzeichnet. Während der Konsum von grafischem Papier in vielen Regionen stagniert oder sinkt, wächst die Nachfrage nach Verpackungspapier und Hygieneprodukten stetig. Dies erfordert von den Herstellern maximale Flexibilität in der Produktion, schnelle Formatwechsel und die Fähigkeit, unterschiedlichste Papiersorten in hoher Qualität zu fertigen. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Nachhaltigkeit und Energieeffizienz. Papierfabriken sind typischerweise Großverbraucher von elektrischer Energie, und somit ist die Reduzierung des spezifischen Energieverbrauchs pro Tonne Papier ein zentrales Ziel.

Vor diesem Hintergrund erleben elektrische Direktantriebe eine zunehmende Verbreitung. Die Investitionsbereitschaft in moderne Antriebstechnologien ist hoch, da die Amortisationszeiten durch Energieeinsparungen und Produktivitätssteigerungen immer attraktiver werden. Hersteller von Papier- und Kartonmaschinen integrieren Direktantriebe zunehmend als Standardlösung in Neuanlagen und bieten sie auch für die Modernisierung (Retrofit) bestehender Anlagen an. Der Trend geht dabei zu Systemlösungen, die nicht nur den Motor und den Umrichter umfassen, sondern auch eine intelligente Steuerung und integrierte Diagnosefunktionen für vorausschauende Wartung (Predictive Maintenance).

Die Digitalisierung und Industrie 4.0 spielen hierbei eine wichtige Rolle. Direktantriebe sind von Natur aus prädestiniert für die Integration in vernetzte Produktionsumgebungen, da sie detaillierte Betriebsdaten liefern können, die für Prozessoptimierungen und die Reduzierung von Stillstandszeiten genutzt werden. Dies unterstreicht ihre Position als zukunftsfähige Schlüsseltechnologie in einer sich wandelnden Industrielandschaft. 📈

Technologien: Funktionsweisen und technische Details


Elektrische Direktantriebe zeichnen sich durch die Eliminierung des mechanischen Getriebes zwischen Motor und Arbeitsmaschine aus. Dies wird durch Motoren ermöglicht, die hohe Drehmomente bei niedrigen Drehzahlen direkt erzeugen können. Die dominierenden Technologien in diesem Bereich sind Synchronmotoren, insbesondere Permanentmagnet-Synchronmotoren (PMSM).

Aufbau und Funktionsprinzip

Ein Direktantriebssystem besteht im Wesentlichen aus drei Hauptkomponenten:

  • Der Direktantriebsmotor:
    Ein spezieller Motor, der für hohe Drehmomente bei niedrigen Drehzahlen ausgelegt ist.

  • Der Frequenzumrichter (Servoumrichter):
    Ein elektronisches Gerät, das die Frequenz und Amplitude der Motorspannung regelt, um Drehzahl und Drehmoment präzise zu steuern.

  • Die Steuerung (Motion Control):
    Eine übergeordnete Steuerungseinheit, oft Teil einer SPS, die die Umrichter koordiniert und die gesamte Bewegungssequenz überwacht.

Arten von Direktantriebsmotoren

  • Permanentmagnet-Synchronmotoren (PMSM):
    Diese Motoren nutzen Permanentmagnete im Rotor, um ein starkes und konstantes Magnetfeld zu erzeugen. Sie zeichnen sich durch eine sehr hohe Leistungsdichte, hohen Wirkungsgrad (insbesondere im Teillastbereich) und eine hervorragende Dynamik aus. Ihr Drehmoment ist proportional zum Strom, und sie sind ideal für Anwendungen, die präzise Geschwindigkeits- und Drehmomentkontrolle erfordern. Aufgrund ihrer Vorteile sind sie die bevorzugte Wahl für die meisten Direktantriebsanwendungen in der Papierindustrie.

  • Elektrisch erregte Synchronmotoren (EESM):
    Bei diesen Motoren wird das Rotorfeld durch eine separate Erregerwicklung erzeugt, die über Schleifringe oder bürstenlose Erregersysteme mit Strom versorgt wird. Sie bieten eine höhere Flexibilität bei der Feldschwächung, sind aber in der Regel komplexer und wartungsintensiver als PMSM. In einigen sehr großen Anlagen oder bei speziellen Anforderungen können sie dennoch zum Einsatz kommen.

  • Reluktanzmotoren (Synchron-Reluktanzmotoren):
    Diese Motoren erzeugen Drehmoment durch die Tendenz des Rotors, sich so auszurichten, dass der magnetische Widerstand (Reluktanz) minimiert wird. Sie kommen ohne Permanentmagnete oder Erregerwicklungen aus, sind robust und kostengünstig, erreichen aber in der Regel nicht die Leistungsdichte und Präzision von PMSM. Moderne Entwicklungen in der Regelungstechnik verbessern jedoch ihre Einsatzmöglichkeiten.

Der Frequenzumrichter und die Regelung

Der Frequenzumrichter ist das "Gehirn" des Direktantriebssystems. Er wandelt die feste Netzfrequenz und -spannung in eine variable Frequenz und Spannung um, die der Motor benötigt. Moderne Umrichter nutzen fortschrittliche Regelalgorithmen, wie die Feldorientierte Regelung (FOC) oder die Direkte Drehmomentregelung (DTC), um den Motorstrom und damit das Motordrehmoment extrem präzise und dynamisch zu steuern. Dies ermöglicht:

  • Höchste Drehzahl- und Drehmomentkonstanz:
    Unabhängig von Lastschwankungen können Solldrehzahlen und Drehmomente exakt gehalten werden.

  • Schnelle Dynamik:
    Sehr schnelle Beschleunigungs- und Verzögerungsvorgänge sind möglich, was besonders bei Start-Stopp-Prozessen oder der Reaktion auf Störungen wichtig ist.

  • Präzise Gleichlaufregelung:
    In Mehrachsen-Systemen, wie sie in Papierbahnen vorkommen, müssen alle Antriebe perfekt synchronisiert laufen. Der Frequenzumrichter sorgt für eine präzise Drehmoment- und Drehzahlregelung und übergeordnete Steuerungssysteme für eine exakte Positions- und Phasenregelung.

  • Regeneratives Bremsen:
    Direktantriebe können beim Abbremsen oder bei Überlast (z.B. durch straffe Papierbahn) Energie zurück ins Netz speisen, was den Gesamtwirkungsgrad der Anlage weiter steigert.

Die Integration hochauflösender Gebersysteme (z.B. Absolutwertgeber) am Motor sorgt für eine exakte Rückmeldung der Rotorposition und Drehzahl an den Umrichter, was die Präzision des Systems weiter erhöht. Die hohe Polpaarzahl der Direktantriebsmotoren trägt zudem dazu bei, dass bei geringen Drehzahlen bereits hohe Drehmomente erzeugt werden können, ohne auf ein Getriebe angewiesen zu sein. Die Technologie ist komplex, doch ihre Implementierung führt zu einer eleganten Vereinfachung der mechanischen Konstruktion. ✨

Vergleich: Direktantriebe vs. konventionelle Getriebeantriebe

Der direkte Vergleich zwischen elektrischen Direktantrieben und traditionellen, getriebebasierten Antriebssystemen offenbart die fundamentalen Vorteile der getriebelosen Lösung.

Mechanische Komplexität und Wartung

  • Getriebeantriebe:
    Erfordern Zahnradgetriebe, Kupplungen und oft zusätzliche mechanische Übertragungselemente. Diese Komponenten sind anfällig für Verschleiß, benötigen regelmäßige Schmierung, Ölwechsel und Kontrollen. Zahnradspiel (Backlash) ist systemimmanent und führt zu Präzisionsverlusten und dynamischen Ungenauigkeiten.
  • Direktantriebe:
    Eliminieren das Getriebe vollständig. Dies reduziert die Anzahl der Verschleißteile drastisch. Es gibt keine Zahnräder, keine Notwendigkeit für Ölwechsel oder aufwendige Ausrichtungsprozesse. Der Wartungsaufwand sinkt erheblich, was zu geringeren Betriebskosten und höherer Anlagenverfügbarkeit führt. 🛠️

Energieeffizienz 

  • Getriebeantriebe:
    Jedes Getriebestufe verursacht Energieverluste durch Reibung und Wärmeentwicklung, typischerweise 2-5% pro Stufe. Bei mehrstufigen Getrieben können sich diese Verluste auf 10-20% der Antriebsleistung summieren. Darüber hinaus arbeiten Standardmotoren in Verbindung mit Getrieben oft nicht in ihrem optimalen Wirkungsgradbereich, insbesondere bei Teillast.
  • Direktantriebe:
    Eliminieren die Getriebeverluste vollständig. Permanentmagnet-Synchronmotoren erreichen selbst im Teillastbereich sehr hohe Wirkungsgrade. In Verbindung mit modernen Frequenzumrichtern, die eine präzise Steuerung und oft auch rekuperatives Bremsen ermöglichen, kann der Gesamtenergieverbrauch der Anlage signifikant gesenkt werden.

Präzision und Dynamik

  • Getriebeantriebe:
    Das Zahnradspiel (Backlash) von Getrieben limitiert die Präzision bei Richtungswechseln und erschwert die exakte Positionierung und Gleichlaufregelung. Die Massenträgheit des Getriebes kann die Dynamik des Systems einschränken. Schwingungen und Resonanzen können durch das mechanische System verstärkt werden.

  • Direktantriebe:
    Bieten eine spielfreie Kraftübertragung. Dies ermöglicht eine extrem hohe Positioniergenauigkeit, eine exzellente Gleichlaufqualität und eine schnelle, präzise Reaktion auf Sollwertänderungen. Die Regelungsdynamik ist unübertroffen, da keine mechanischen Dämpfungsglieder oder Elastizitäten überwunden werden müssen. Dies ist entscheidend für die Bahnspannung in der Papierproduktion und die Vermeidung von Bahnrissen.

Geräuschentwicklung und Bauraum

  • Getriebeantriebe:
    Getriebe sind Quellen von mechanischen Geräuschen, insbesondere bei hohen Drehmomenten oder Drehzahlen. Sie benötigen zudem signifikanten Bauraum.

  • Direktantriebe:
    Arbeiten aufgrund der reduzierten Mechanik erheblich leiser. Ihre kompakte Bauweise, oft als Hohlwellenmotor oder Scheibenläufer ausgeführt, ermöglicht eine platzsparende Integration direkt an der Arbeitswelle, was den Bauraumbedarf reduziert und die Maschinenkonstruktion vereinfacht.

Systemkomplexität und Installation

  • Getriebeantriebe:
    Die Installation erfordert eine präzise Ausrichtung von Motor, Getriebe und Last.

  • Direktantriebe:
    Während die elektrische und regelungstechnische Auslegung komplexer ist, vereinfacht sich die mechanische Installation erheblich. Die direkte Anflanschung an die Welle minimiert Ausrichtungsfehler und Montagezeiten.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Direktantriebe in fast allen relevanten Leistungskriterien überlegen sind, insbesondere wenn es um Präzision, Effizienz und Wartungsarmut geht – Faktoren, die in der Papierproduktion von größter Bedeutung sind.

Vorteile & Nachteile von Elektrischen Direktantrieben


Die Implementierung elektrischer Direktantriebe in der Papierindustrie bringt eine Vielzahl von Vorteilen mit sich, denen auch einige Nachteile gegenüberstehen. Eine objektive Betrachtung ist entscheidend für die Entscheidungsfindung.

Vorteile

  • Hohe Energieeffizienz:
    Durch die Eliminierung von Getriebeverlusten (Reibung, Schmierung) und den hohen Wirkungsgrad moderner Permanentmagnet-Synchronmotoren, insbesondere im Teillastbereich, wird der Energieverbrauch deutlich reduziert. Dies führt zu erheblichen Kosteneinsparungen und einer verbesserten CO2-Bilanz. 💡

  • Exzellente Präzision und Gleichlauf:
    Das Fehlen von mechanischem Spiel (Backlash) und die direkte Drehmomentübertragung ermöglichen eine extrem präzise Drehzahl- und Positionsregelung. Dies ist entscheidend für die konstante Bahnspannung in Papierbahnen, die Vermeidung von Falten oder Rissen und die Sicherstellung einer homogenen Produktqualität über die gesamte Bahnbreite und -länge.

  • Geringer Wartungsaufwand:
    Weniger mechanische Komponenten bedeuten weniger Verschleißteile. Es entfallen Ölwechsel, Schmierung und die Überprüfung von Zahnrädern oder Kupplungen. Dies reduziert die Wartungskosten und erhöht die Verfügbarkeit der Anlage.

  • Hohe Dynamik:
    Direktantriebe reagieren extrem schnell auf Sollwertänderungen, was zu einer verbesserten Regelgüte bei Geschwindigkeits- oder Lastwechseln führt. Dies ist vorteilhaft bei Start-Stopp-Vorgängen und schnellen Formatwechseln.

  • Kompakte Bauweise und geringer Bauraum:
    Durch die Integration des Motors direkt an der Welle entfallen lange Wellenstränge und Getriebegehäuse, was Platz spart und die Konstruktion von Maschinen vereinfacht.

  • Niedrige Geräuschemission:
    Das Fehlen von Getrieben reduziert die mechanischen Geräusche erheblich, was zu einem verbesserten Arbeitsumfeld beiträgt.

  • Verbesserte Produktqualität:
    Durch die hohe Präzision und den ruhigen Lauf können Fehlproduktionen (Makulatur) reduziert und die Endproduktqualität konsistent hochgehalten werden.

  • Längere Lebensdauer:
    Weniger mechanischer Stress und Verschleiß führen zu einer längeren Lebensdauer der gesamten Antriebseinheit.

  • Erhöhte Flexibilität:
    Leichtere Anpassung an unterschiedliche Produktionsanforderungen und Papiersorten durch die programmierbare Steuerung der Antriebe.

Nachteile

  • Höhere Anschaffungskosten:
    Direktantriebe, insbesondere Permanentmagnet-Synchronmotoren mit den zugehörigen Hochleistungsfrequenzumrichtern und Regelungssystemen, sind in der Anschaffung in der Regel teurer als konventionelle Getriebeantriebe gleicher Leistung. Die Amortisation erfolgt jedoch oft schnell durch die Betriebskosteneinsparungen.

  • Komplexere Regelungstechnik:
    Die exakte Ansteuerung von Direktantriebsmotoren erfordert hochentwickelte Frequenzumrichter und Regelalgorithmen (z.B. Feldorientierte Regelung). Die Inbetriebnahme und Parametrierung kann komplexer sein und erfordert spezialisiertes Know-how.

  • Empfindlichkeit der Elektronik:
    Die Leistungselektronik der Frequenzumrichter kann empfindlich auf hohe Temperaturen, Feuchtigkeit oder aggressive Umgebungen reagieren. Eine entsprechende Klimatisierung und Schutzmaßnahmen sind erforderlich.

  • Gewicht und Größe (bei sehr hohen Drehmomenten):
    Obwohl sie kompakter als Getriebeeinheiten sein können, sind die Motoren selbst bei sehr hohen Drehmomenten und niedrigen Drehzahlen noch relativ groß und schwer.

Trotz der höheren Anfangsinvestitionen überwiegen die langfristigen Vorteile der Energieeinsparung, Wartungsreduzierung und Produktivitätssteigerung die Nachteile in den meisten modernen Papierproduktionsanlagen deutlich.

Anbieter im DACH-Raum für Direktantriebe in der Papierproduktion

Der Markt für elektrische Direktantriebe in der Papierindustrie wird von etablierten globalen Playern sowie spezialisierten Anbietern aus dem DACH-Raum bedient. Viele dieser Unternehmen bieten komplette Systemlösungen an, die von den Motoren und Umrichtern bis hin zur übergeordneten Automatisierung reichen.

Hier sind einige relevante Hersteller und Lieferanten, die in Deutschland, Österreich und der Schweiz aktiv sind, oft mit internationaler Präsenz:

  • Siemens AG: Als einer der weltweit führenden Anbieter in der Automatisierungs- und Antriebstechnik bietet Siemens ein umfassendes Portfolio an Direktantrieben (z.B. Torque-Motoren der SIMOTICS T-Familie) und den dazugehörigen Frequenzumrichtern (SINAMICS-Familie) sowie Leitsystemen (SIMATIC PCS 7). Siemens ist ein wichtiger Partner für die Papierindustrie und liefert Lösungen für alle Prozessschritte.

  • ABB Ltd.: Ein weiterer globaler Technologieführer mit starker Präsenz in der Prozessindustrie, einschließlich der Papierindustrie. ABB bietet eine breite Palette von Elektromotoren (darunter SynRM und Permanentmagnetmotoren), Frequenzumrichtern (ACS-Familie) und Automatisierungslösungen, die für die hohen Anforderungen von Papiermaschinen optimiert sind. 

  • Andritz AG: Ein österreichischer Technologiekonzern, der weltweit zu den führenden Lieferanten für Anlagen, Ausrüstungen und Serviceleistungen für die Zellstoff- und Papierindustrie zählt. Andritz integriert in seinen Papier- und Kartonmaschinen modernste Antriebstechnik, einschließlich elektrischer Direktantriebe, die oft von Drittanbietern oder aus eigener Entwicklung stammen. 

  • Voith GmbH & Co. KGaA: Ein global agierendes Technologieunternehmen, das sich auf die Branchen Energie, Öl & Gas, Papier, Rohstoffe sowie Transport & Automotive konzentriert. Voith ist ein führender Lieferant von Papiermaschinen und -technologien. Auch Voith setzt auf integrierte Antriebslösungen und bietet schlüsselfertige Anlagen, in denen Direktantriebe eine zentrale Rolle spielen. 

  • Baumüller Nürnberg GmbH: Ein deutscher Hersteller von Elektromotoren, Frequenzumrichtern und Automatisierungssystemen. Baumüller ist spezialisiert auf Servoantriebssysteme und bietet maßgeschneiderte Direktantriebe für verschiedene industrielle Anwendungen, einschließlich solcher mit hohen Anforderungen an Präzision und Dynamik, wie sie in der Papierverarbeitung vorkommen. 

  • KEB Automation KG: KEB ist ein deutsches Unternehmen, das Antriebs- und Steuerungstechnik sowie Bremssysteme entwickelt und produziert. Mit seinem Portfolio an Frequenzumrichtern (COMBIVERT) und Servomotoren bietet KEB Lösungen für präzise und energieeffiziente Bewegungssteuerungen, die auch in spezifischen Segmenten der Papier- und Folienverarbeitung eingesetzt werden können. 

  • Lenze SE: Ein deutsches Unternehmen, das sich auf Automatisierungslösungen und Antriebstechnik spezialisiert hat. Lenze bietet ein breites Spektrum an Motoren, Getrieben und Frequenzumrichtern. Obwohl traditionell stark im Bereich der Getriebemotoren, hat Lenze auch Servomotoren und Umrichter im Angebot, die für anspruchsvolle Direktantriebsanwendungen eingesetzt werden können.

Diese Unternehmen tragen maßgeblich zur Weiterentwicklung und Verbreitung von Direktantriebstechnologien in der Papierindustrie bei und bieten maßgeschneiderte Lösungen für die unterschiedlichen Anforderungen der Branche.

 

Fazit und Ausblick


Elektrische Direktantriebe haben sich als unverzichtbare Schlüsseltechnologie für die moderne Papierproduktion etabliert. Ihre Fähigkeit, höchste Präzision, bemerkenswerte Energieeffizienz und signifikante Wartungsarmut zu bieten, macht sie zur bevorzugten Wahl für Neuanlagen und die Modernisierung bestehender Maschinen. Durch die Eliminierung mechanischer Getriebe lösen sie viele der traditionellen Probleme konventioneller Antriebssysteme und eröffnen neue Möglichkeiten für die Prozessoptimierung.

Die Vorteile gehen weit über die reine Kosteneinsparung hinaus: Die verbesserte Produktqualität durch exakte Bahnspannung und Gleichlauf, die höhere Anlagenverfügbarkeit durch reduzierte Ausfälle und der geringere Geräuschpegel tragen maßgeblich zur Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit der Papierindustrie bei. Die Integration in moderne Automatisierungskonzepte und die Bereitstellung detaillierter Betriebsdaten ermöglichen zudem eine verbesserte Prozessüberwachung, vorausschauende Wartung und weitere Schritte in Richtung Industrie 4.0.

In Zukunft werden weitere Entwicklungen in der Materialwissenschaft für Permanentmagnete, der Leistungselektronik und der Regelungstechnik die Leistungsfähigkeit und Effizienz von Direktantrieben weiter steigern. Die zunehmende Vernetzung von Anlagen und die Auswertung von Big Data werden die Möglichkeiten zur Prozessoptimierung und zur Energieeinsparung noch erweitern. Die Fähigkeit zur Energierückgewinnung wird in einer immer stärker auf Nachhaltigkeit bedachten Welt ebenfalls eine immer wichtigere Rolle spielen.

Elektrische Direktantriebe sind somit nicht nur eine Antwort auf die aktuellen Herausforderungen der Papierindustrie, sondern ein Wegbereiter für eine noch effizientere, präzisere und umweltfreundlichere Produktion in der Zukunft. Sie symbolisieren den Fortschritt und die Innovationskraft, die erforderlich sind, um in einem global wettbewerbsintensiven Markt erfolgreich zu sein. 🌍✨


Mein Name ist Claus Angerhofer - ich bin Experte für Technologie, Einkauf und B2B Preisverhandlungen

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